Gefahr Elterntaxi!

veröffentlicht am 23.09.2026
von Dieter Kluske
Mehrere Personen präsentieren vor der Grundschule St. Peter in Straubing ein Banner der Aktion „Wir gehen zu Fuß! Mehr Sicherheit vor Schulen ohne Elterntaxi“. Die Kampagne wirbt für sichere Schulwege und die eigenständige Mobilität von Schulkindern.

Bild (v.l.): Elmar Hartl (Stadt Straubing), Meike Erben (Rektorin Grundschule St. Peter), Robert Zwickenpflug (Polizeiinspektion Straubing), Maria Plötz, Dieter Kluske (Kreisverkehrswacht Straubing), Freya Petzendorfer-Hupf (Konrektorin Grundschule St. Peter), Johann Ehrnsperger (Kreisverkehrswacht Straubing).


Immer mehr Kinder werden morgens mit dem Auto direkt bis vor das Schultor gebracht. Was gut gemeint ist, führt jedoch immer wieder zu gefährlichen Situationen: Die sogenannten Elterntaxis sorgen vor vielen Schulen für unübersichtliche Verkehrslagen, Stress und ein deutlich erhöhtes Unfallrisiko.

Die Verantwortlichen von Schule, der Stadt Straubing, der Polizeiinspektion Straubing und die Kreisverkehrswacht Straubing (KVW) e.V. machen auf diese Problematik aufmerksam und appellieren an Eltern, ihre Kinder sicherer und selbstständiger zur Schule kommen zu lassen.

Unübersichtliche und riskante Verkehrssituationen

Frau Rektorin, Meike Erben von der Grundschule St. Peter schildert die Situation zu Unterrichtsbeginn und -ende. Vor Ihrer Schule herrscht dichtes Gedränge. Fahrzeuge halten verbotswidrig, blockieren Fußwege oder führen spontane Wendemanöver durch. Kinder, die zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs sind, werden dabei leicht übersehen. Besonders gefährlich sind Situationen, in denen Kinder zwischen parkenden Autos hervortreten. Vielfältige Aktionen der Schule wie z.B. persönliches Ansprechen der Autofahrenden, Präsentationen bei Elternabenden und an Elternsprechtagen und selbst gestaltete „Schüler-Strafzettel“ erbrachten nur kurzfristige Verbesserungen.

Gut gemeint – aber oft kontraproduktiv

Robert Zwickenpflug, Verkehrserzieher der Polizeiinspektion Straubing berichtet, dass viele Eltern, die ihre Kinder mit dem Auto zur Schule bringen, diese schützen oder ihnen den Schulweg erleichtern wollen. Doch das Gegenteil passiert:
• Halten und Parken im Halteverbot führt zu Engstellen
• Zeitdruck und Hektik erhöhen das Fehlverhalten im Straßenverkehr
• Kinder verlieren wichtige Erfahrungen im selbstständigen Bewältigen des Schulwegs
• Die Verkehrsdichte direkt vor dem Schultor steigt unnötig an

Grundsätzlich will die Polizei durch Information und Aufklärung eine Besserung der Situation erreichen, aber festgestellte Verstöße werden konsequent geahndet.

Selbstständigkeit stärkt Sicherheit

Kinder, die zu Fuß oder mit dem Fahrrad zur Schule kommen, entwickeln ein besseres Verständnis für den Straßenverkehr. Gleichzeitig fördert der aktive Schulweg Konzentration, Bewegung und Selbstbewusstsein. Herr Hartl von der Stadt Straubing betont: Ein sicherer Schulweg beginnt nicht erst am Schultor, sondern bereits bei der täglichen Routine.
Hilfreich sind die von der KVW in Zusammenarbeit mit der Stadt Straubing der Polizei und den Grundschulen erarbeiteten Schulwegpläne. Diese erhalten Sie bei Ihrer Schule.

Empfehlungen der Kreisverkehrswacht Straubing e.V. und der Polizeiinspektion Straubing

Um die Sicherheit vor Schulen zu erhöhen, rät Dieter Kluske von der KVW:
• Lassen Sie Ihr Kind zu Fuß gehen
• Nutzen Sie die in Straubing mit dem Schild „AB HIER IST SCHLUSS – WIR GEHEN ZU FUSS!“ gekennzeichneten Halteempfehlungen im Umfeld der Schulen.
• Planen Sie genügend Zeit ein
, um Stress zu vermeiden
• Seien Sie Vorbild: Halten Sie Verkehrsregeln ein und achten Sie vor allem auf Kinder

Gemeinsam für sichere Schulwege

Mit der Aktion „Wir gehen zu Fuss! Mehr Sicherheit vor Schulen, Ohne Elterntaxi!“ rufen die Verantwortlichen von Schule, Stadt, Polizei und die Kreisverkehrswacht Eltern und alle Verkehrsteilnehmenden dazu auf, die Schulwege sicherer zu gestalten. Weniger Elterntaxis bedeuten mehr Übersicht, weniger Stress und ein deutlich geringeres Unfallrisiko für alle Kinder.